Finanzierung6 MinZuletzt aktualisiert: März 2026

Bereitstellungszinsen einfach erklärt — So sparst du bis zu 5.000€

Du baust dein erstes Haus und plötzlich taucht auf der Abrechnung ein Posten auf, von dem du noch nie gehört hast: Bereitstellungszinsen. Klingt kompliziert. Ist es aber nicht. Dieser Artikel erklärt dir in einfacher Sprache, was das ist, warum es dich Tausende Euro kosten kann — und wie du das vermeidest.

⚠ Oft übersehen: Bereitstellungszinsen sind einer der häufigsten versteckten Kosten beim Hausbau. Viele Erstbauer rechnen nicht damit — und zahlen am Ende mehrere Tausend Euro extra. Lies diesen Artikel, bevor du deinen Kreditvertrag unterschreibst.

Was zum Teufel sind Bereitstellungszinsen?

Stell dir vor, du gehst in ein Restaurant und bestellst ein Menü. Das Essen steht fertig in der Küche — aber du sagst: "Ich ess’ später." Das Restaurant wird irgendwann sagen: "Hey, das Essen steht hier rum und blockiert Platz. Dafür zahlst du jetzt extra."

Genau so funktionieren Bereitstellungszinsen. Deine Bank hat dir einen Kredit zugesagt. Das Geld liegt bereit. Aber du rufst es noch nicht ab — zum Beispiel, weil dein Haus noch nicht so weit gebaut ist. Die Bank will dafür eine Entschädigung: Das sind die Bereitstellungszinsen.

Die Bank hat das Geld für dich reserviert und kann es in der Zwischenzeit niemandem anders leihen. Dafür berechnet sie dir eine Gebühr — pro Monat, auf den noch nicht abgerufenen Betrag.

Wann fallen Bereitstellungszinsen an?

Nicht sofort. Jede Bank räumt dir eine sogenannte bereitstellungszinsfreie Zeit ein. Das ist der Zeitraum, in dem du den Kredit noch nicht abrufen musst, ohne dass extra Kosten entstehen.

Typische Werte:

  • Bereitstellungszinsfreie Zeit: 3 bis 12 Monate (je nach Bank)
  • Bereitstellungszinssatz danach: 0,25 % pro Monat
  • Das sind hochgerechnet: 3 % pro Jahr!

Zum Vergleich: Dein Bauzins liegt vielleicht bei 3–4 %. Bereitstellungszinsen kommen da nochmal obendrauf — auf den Betrag, den du noch nicht abgerufen hast. Das läppert sich schnell.

Rechenbeispiel: So teuer wird es wirklich

Rechenbeispiel

Kreditbetrag: 300.000 €

Bereitstellungszinsfreie Zeit: 6 Monate

Tatsächliche Bauzeit: 12 Monate

Bereitstellungszinsen fallen an für: 12 − 6 = 6 Monate

6 Monate × 0,25 % × 300.000 € = 4.500 €

Vereinfachte Rechnung auf den vollen Kreditbetrag. In der Praxis sinkt der offene Betrag mit jeder Teilauszahlung — aber die Größenordnung bleibt.

4.500 Euro — das ist eine neue Küche. Oder die komplette Gartenanlage. Geld, das du dir sparen kannst, wenn du vorher weißt, worauf du achten musst.

So vermeidest du hohe Bereitstellungszinsen

1. Längere bereitstellungszinsfreie Zeit verhandeln

Manche Banken bieten nur 3 Monate — andere 12 oder sogar 15 Monate. Frag aktiv danach! Manchmal kostet eine längere Frist einen kleinen Zinsaufschlag (z.B. 0,05 %), aber das lohnt sich fast immer. 12 Monate statt 3 Monate sollte dein Minimum sein.

2. Bauzeiten realistisch planen

Dein Bauträger sagt "8 Monate"? Rechne mit 12. Bauprojekte verzögern sich fast immer — durch Wetter, Materialengpässe oder volle Handwerker-Kalender. Plane einen Puffer von mindestens 3 Monaten ein.

3. Kredit erst beantragen wenn Baubeginn feststeht

Viele Bauherren schließen den Kreditvertrag ab, bevor die Baugenehmigung da ist oder der Bauvertrag unterschrieben wurde. Das ist einer der teuersten Fehler. Warte, bis du einen konkreten Baubeginn-Termin hast.

4. Teilabruf abstimmen mit MaBV-Raten

Du musst den Kredit nicht auf einmal abrufen. Beim Hausbau zahlst du nach Baufortschritt (die sogenannten MaBV-Raten). Stimme die Abrufe mit deiner Bank ab — so reduzierst du den offenen Betrag schneller und zahlst weniger Bereitstellungszinsen.

Bereitstellungszinsen vergleichen — Beispiel-Banken

Die Konditionen unterscheiden sich stark. Hier ein Überblick typischer Angebote (Stand: Frühjahr 2026):

BankZinsfreie ZeitZinssatz danachKosten bei 6 Mon.*
Bank A (Sparkasse)3 Monate0,25 %/Mon.4.500 €
Bank B (Direktbank)6 Monate0,25 %/Mon.2.250 €
Bank C (Volksbank)6 Monate0,20 %/Mon.1.800 €
Bank D (Online-Vermittler)12 Monate0,25 %/Mon.0 €

* Beispiel: 300.000 € Kredit, Bauzeit 12 Monate, voller Betrag noch nicht abgerufen. Vereinfachte Darstellung.

Du siehst: Allein durch die Wahl der richtigen Bank sparst du bis zu 4.500 Euro. Das ist der Unterschied zwischen 3 Monaten und 12 Monaten bereitstellungszinsfreier Zeit.

Häufige Fehler bei Bereitstellungszinsen

Kreditvertrag zu früh abschließen

Du hast noch kein Grundstück, keinen Bauvertrag, keine Baugenehmigung — aber schon einen Kredit. Dann tickt die Uhr, und du zahlst Bereitstellungszinsen, während du noch auf Genehmigungen wartest.

Bereitstellungszinsfreie Zeit nicht verhandeln

Viele Bauherren akzeptieren einfach die Standard-Konditionen. Dabei lässt sich die zinsfreie Zeit fast immer verlängern — du musst nur fragen. Das ist einer der einfachsten Verhandlungspunkte bei der Baufinanzierung.

Bauverzögerungen nicht einplanen

Ein Hausbau dauert immer länger als geplant. Wenn du nur 3 Monate bereitstellungszinsfreie Zeit hast und die Bauzeit von 8 auf 14 Monate steigt, zahlst du 11 Monate Bereitstellungszinsen — das sind über 8.000 Euro.

Tipp: Riftpal erinnert dich an Bereitstellungszinsen in Phase 4 — Finanzierung sichern. So vergisst du diesen Punkt nicht, wenn du deinen Kreditvertrag verhandelst.

Du willst deine eigenen Baukosten durchrechnen? Unser Hausbau-Rechner hilft dir, alle Kosten im Blick zu behalten — inklusive versteckter Posten wie Bereitstellungszinsen.

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