Zuletzt aktualisiert: März 2026

Nebenkosten Hausbau — Die komplette Liste aller versteckten Kosten

Du planst deinen Hausbau und fragst dich, welche Kosten neben dem eigentlichen Kaufpreis auf dich zukommen? Viele Bauherren unterschätzen die Nebenkosten beim Hausbau — und geraten dann in finanzielle Engpässe. In diesem Ratgeber zeigen wir dir alle Kostenpositionen, die du einplanen musst, mit realistischen Zahlen für 2026.

💡 Faustregel: Rechne mit 15–20 % Nebenkosten auf den reinen Kaufpreis oder die Baukosten. Berechne deinen maximalen Kaufpreis, um von Anfang an realistisch zu planen.

1. Grunderwerbsteuer — 3,5 bis 6,5 % je nach Bundesland

Die Grunderwerbsteuer ist der größte Einzelposten unter den Nebenkosten. Sie wird auf den Kaufpreis des Grundstücks fällig — und jedes Bundesland legt den Satz selbst fest. Bei einem Grundstück für 150.000 € zahlst du je nach Region zwischen 5.250 € und 9.750 €.

BundeslandSteuersatz
Bayern3,5 %
Sachsen3,5 %
Hamburg5,5 %
Baden-Württemberg5,0 %
Berlin6,0 %
Bremen5,0 %
Hessen6,0 %
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %
Niedersachsen5,0 %
Nordrhein-Westfalen6,5 %
Rheinland-Pfalz5,0 %
Saarland6,5 %
Sachsen-Anhalt5,0 %
Schleswig-Holstein6,5 %
Thüringen5,0 %
Brandenburg6,5 %

💡 Tipp: Beim Neubau kannst du die Grunderwerbsteuer senken, indem du Grundstück und Bauvertrag getrennt abschließt. Dann fällt die Steuer nur auf den Grundstückspreis an — nicht auf die gesamte Bausumme.

2. Notar- und Grundbuchkosten — ca. 1,5 %

Ohne Notar geht beim Immobilienkauf nichts. Der Notar beurkundet den Kaufvertrag, bestellt die Grundschuld für die Bank und kümmert sich um die Eintragung ins Grundbuch. Rechne mit etwa 1,0 % für den Notar und 0,5 % für das Grundbuchamt. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € sind das rund 6.000 €.

Die Notargebühren sind gesetzlich festgelegt (GNotKG) — du kannst also nicht verhandeln. Aber du sparst, wenn du die Grundschuld statt der Hypothek eintragen lässt, was heute ohnehin Standard ist.

3. Maklerkosten — 3,57 % Käuferanteil

Seit Dezember 2020 gilt das Bestellerprinzip bei Wohnimmobilienkäufen: Käufer und Verkäufer teilen sich die Maklerprovision. In den meisten Regionen beträgt die Gesamtprovision 7,14 % (inkl. MwSt.), also 3,57 % für dich als Käufer. Bei 400.000 € Kaufpreis sind das 14.280 €.

💡 Tipp: Kaufst du direkt vom Bauträger oder Eigentümer, entfällt die Maklerprovision komplett. Schau dich auf Portalen nach provisionsfreien Angeboten um.

4. Erschließungskosten — 5.000 bis 15.000 €

Bevor du bauen kannst, muss dein Grundstück an Strom, Wasser, Abwasser, Gas und Telekommunikation angeschlossen werden. In Neubaugebieten sind die Straßen oft schon erschlossen, trotzdem fallen Kosten für die Hausanschlüsse an. Rechne mit 5.000 bis 15.000 €, je nachdem wie weit die Leitungen entfernt sind.

Frag vor dem Grundstückskauf bei der Gemeinde nach, welche Erschließungsbeiträge noch offen sind. Manche Kommunen erheben nachträglich Straßenausbaubeiträge — das kann teuer werden.

5. Baugenehmigung — 500 bis 2.000 €

Die Baugenehmigung beantragst du beim zuständigen Bauamt. Die Gebühren richten sich nach den Baukosten und liegen typischerweise zwischen 500 und 2.000 €. Dein Architekt übernimmt in der Regel die Antragstellung. Plane auch 2–4 Monate Bearbeitungszeit ein — je nach Gemeinde kann es auch länger dauern.

6. Bodengutachten — 500 bis 1.500 €

Ein Bodengutachten (Baugrundgutachten) analysiert die Beschaffenheit deines Grundstücks. Es verrät dir, ob der Boden tragfähig ist, wie hoch das Grundwasser steht und ob Altlasten vorhanden sind. Kosten: 500 bis 1.500 €.

💡 Tipp: Spar hier nicht! Ein fehlendes Bodengutachten kann dich zehntausende Euro kosten, wenn beim Aushub plötzlich Fels oder Altlasten auftauchen. Die meisten Bauträger schließen solche Mehrkosten im Vertrag aus.

7. Vermessungskosten — 1.500 bis 3.000 €

Vor dem Bau muss ein öffentlich bestellter Vermesser das Grundstück einmessen und die Gebäudeabsteckung vornehmen. Nach Fertigstellung folgt die Gebäudeeinmessung für das Katasteramt. Zusammen kostet dich das 1.500 bis 3.000 €. Die Gebühren sind landesrechtlich geregelt und nicht verhandelbar.

8. Versicherungen für Bauherren

Während der Bauphase brauchst du mindestens drei Versicherungen:

  • Bauherrenhaftpflicht — deckt Schäden ab, die Dritte auf deiner Baustelle erleiden. Kostet ca. 100–150 € für die gesamte Bauzeit. Absolut unverzichtbar.
  • Bauleistungsversicherung — schützt vor Schäden am Bau durch Sturm, Vandalismus oder Materialfehler. Ca. 300–800 € je nach Bausumme.
  • Feuer-Rohbauversicherung — wird oft von der Bank verlangt und ist bei vielen Wohngebäudeversicherungen kostenlos in der Bauphase enthalten.

Insgesamt solltest du für Versicherungen 400 bis 1.000 € einplanen.

9. Außenanlagen — 15.000 bis 40.000 €

Die Außenanlagen werden gerne vergessen, weil sie erst nach dem Einzug relevant scheinen. Aber Einfahrt, Terrasse, Zaun, Rasen und Bepflanzung kosten schnell 15.000 bis 40.000 €. Dazu kommen eventuell eine Garage (ab 10.000 €) oder ein Carport (ab 3.000 €).

Plane die Außenanlagen von Anfang an in dein Budget ein. Vieles kannst du in Eigenleistung machen — aber unterschätze den Zeitaufwand nicht.

10. Küche, Böden & Malerarbeiten (Bemusterung)

Bei der Bemusterung wählst du Fliesen, Bodenbeläge, Sanitärobjekte und Innentüren aus. Die Standardausstattung im Bauvertrag ist oft sehr einfach — und jedes Upgrade kostet extra. Erfahrungsgemäß liegen die Mehrkosten durch Bemusterung bei 10.000 bis 30.000 €.

Dazu kommt die Küche: Eine solide Einbauküche kostet 8.000 bis 20.000 €, je nach Ausstattung und Geräten. Malerarbeiten in Eigenleistung sparen zwar Geld, kosten aber viel Zeit.

💡 Tipp: Setz dir vor der Bemusterung ein festes Budget pro Raum. Ohne Limit verlierst du schnell die Kontrolle — die Bemusterungszentren sind darauf ausgelegt, dir teure Upgrades zu verkaufen.

Zusammenfassung: Nebenkosten bei 400.000 € Kaufpreis

Hier siehst du alle Nebenkosten im Überblick — basierend auf einem Beispiel mit 400.000 € Kaufpreis in einem Bundesland mit 5 % Grunderwerbsteuer:

KostenpositionBetrag
Grunderwerbsteuer (5 %)20.000 €
Notar & Grundbuch (1,5 %)6.000 €
Makler (3,57 %)14.280 €
Erschließungskosten10.000 €
Baugenehmigung1.200 €
Bodengutachten1.000 €
Vermessung2.500 €
Versicherungen700 €
Außenanlagen25.000 €
Küche, Böden, Bemusterung20.000 €
Gesamte Nebenkostenca. 100.680 €
Anteil am Kaufpreisca. 25 %

💡 Ohne Makler und mit günstigerem Bundesland (z. B. Bayern, 3,5 %) sinken die Nebenkosten auf ca. 80.000 € — immer noch ein ordentlicher Batzen.

Fazit: Plane die Nebenkosten von Anfang an ein

Die Nebenkosten beim Hausbau betragen realistisch 15–25 % des Kaufpreises. Wer das ignoriert, plant an der Realität vorbei. Besonders die Grunderwerbsteuer, die Maklerkosten und die Außenanlagen schlagen ordentlich zu Buche.

Unser Tipp: Erstelle dir eine detaillierte Kostenaufstellung, bevor du dich für ein Grundstück entscheidest. So vermeidest du böse Überraschungen — und weißt genau, was du dir leisten kannst.

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